Von Messalonghi nach Ithaka

Also Messalonghi ist vermutlich schon geeignet um hier im Winter etwas zu verweilen. Die kleine Stadt hat alles an Versorgungsmöglichkeiten und ist am Besten mit dem Fahrrad zu erreichen. Sie ist nicht touristisch oder gar hübsch (ich habe in der Stadt gar kein Foto gemacht). Der Hafen scheint gut geschützt auch wenn wir bei Ostwind etwas Welle im Hafen hatten. Diese ist kurz und damit nicht sehr hoch. Wir lagen am mittleren Steg und der innere wäre vermutlich der bessere. Der Hafen hat eine sehr lange Zufahrt durch eine Lagunen ähnliche Landschaft. An der Kanalisierten Einfahrt stehen viele kleine Fischerhütten.

Nachdem wir uns aber mit unseren Freunden Bill and Laurie ausgetauscht haben entwickelte sich eine neue Idee. Bill meinte, dass sie hoffen den ganzen Winter segeln zu können. Daraufhin habe ich dann noch mal das Winterwetter von Griechenland gecheckt. Auf der Westseite ist es kühler und feuchter als auf der Ostseite. Der kälteste Monat ist auf der Ostseite der Januar mit 12° C. Das sind die Temperaturen bei denen wir auf der Ostsee im Frühjahr immer gesegelt sind. Also, warum nicht?

Unser Plan, wenn wir denn je einen richtigen hatten, hat sich dadurch etwas geändert. In den Monaten Juli und August weht auf der Ostseite Griechenlands oft der starke Meltemi. Ein starker bis sehr starker Nordwind. Wir werden also auf dieser Seite noch eine Weile verweilen und dann vermutlich im September auf die andere Seite fahren. Aber all das sind nur Ideen und wir schauen mal wie es kommt.

Heute kommt Wind! Am Morgen noch schwach aber dann richtig gut. Wir wollen die Insel Ithaka ansteuern und freuen uns darauf. Es sind gute 40 sm und dafür brauchen wir auch ein bißchen Wind. Wir motoren den langen Schlauch hinaus und zunächst auch noch ein Stück nach Westen. Heute halte ich noch mehr Abstand zu den Flachs, haben wir in Messalonghi gehört, dass auf Grundlaufen in Griechenland von der Coastguard nicht als Lapalie gesehen wird. Zwei Boote musten dort liegenbleiben, die Papiere einkassiert, ein Taucher zur Kontrolle des Unterwasserschiffs geschickt und ob sie Strafe zahlen mussten entzieht sich meiner Kenntnis.

Nicht lange und wir können richtig gut segeln. Auf Höhe des Leuchtturms von Oxeiá nehmen wir dann sogar das Großsegel weg und segeln nur mit Genua auch zügig weiter. Ein super Segeltag der in einer schönen Ankerbucht etwas nördlich von Vathi endet. Hier fahren wir an einem großen Zweimaster vorbei und ankern vor der Schwimmzone direkt neben einem norwegischen Boot. Schwimmen, Grillen, Schnorcheln und schon ist der Tag auch schon wieder rum.

Der große Zweimaster hat nachts die Bucht verlassen. Das tun wir heute auch. Wir warten erst einen Wolkenbruch ab und dann gehen wir Anker auf. Wir wollen aber nur um die Ecke und vor dem kleinen Ort Vathi vor Anker gehen. Direkt neben der kleinen Insel Lazaréto, mit einer kleinen Kapelle darauf, fällt unser Anker. Dieser Platz bietet den besten Schutz gegen die am Nachmittag einsetzenden starken Böen. Hier gefällt es uns sehr gut und wir bleiben ein paar Tage.

Das klare Wasser lädt bei den Temperaturen mehrmals täglich zum Baden ein. Eine kleine Wanderung wollen wir trotzdem machen. Diese planen wir Vormittags, um der größten Hitze zu entgehen. Wir haben uns einen Rundweg mit einer Höhle und einem tollen Blick über die Bucht ausgeguckt. Ein kleines Stück geht es die Straße hinauf und dann biegen wir in einen kleineren Weg ab. Es geht stetig bergauf und ist auch um diese Zeit schon Schweiß treibend. Die ständig besser werdende Fernsicht ist der Lohn.

Das erste Ziel ist die Nymphenhöhle. Diese war an der Hauptstraße schon als geschloßen gekennzeichnet. Als wir sie erreichen ist ein dickes Schloß mit Kette davor. Ich bin ein wenig enttäuscht, hatte ich doch ein wenig gehofft, dass wir hinein sehen können. Ich schaue mir das Schloß noch einmal genauer an. Da ist nichts zu machen, doch was ist das? Dort wo der Riegel in den Stein geht ist dieser dort gar nicht richtig drin. Ich ziehe an der Tür und siehe da -sie lässt sich öffnen. Im Inneren gibt es ein Bild an der Wand. Ob dieses alt ist wage ich zu bezweifeln. Es geht hier steil runter, ein Tampen ist vorhanden aber ich habe wie immer keine Taschenlampe dabei 😦 Die Lampe des Handys ist für die größere Entfernung nicht ausreichend. -Schade! Ich verzichte auf das hinab steigen, Anne kommt erst gar nicht mit rein.

Es ist inzwischen heiß. Wir überlegen, ob wir die gleiche Strecke zurück oder die etwas weitere fortsetzen. Wir überwinden den inneren Schweinehund und gehen weiter. Es kommen abe noch einige Höhenmeter dazu. Der Vorteil dieses Weges ist, man / frau hat hin und wieder Schatten zum Verschnaufen. Als nächstes erreichen wir eine kleine Kapelle. Es ist schon erstaunlich wo überall die Griechen ihre Gebetsstätten haben. Auf den kleinsten Inseln ohne Bewohner, am Wasser die man nur mit dem Boot erreicht und auf Bergen wo kaum ein Mensch vorbei kommt.

Von hier an nimmt die Anzahl der Olivenbäume wieder zu. Die knorrigen alten Bäume verzaubern uns jedes mal wieder. Es soll noch eine alte Kirche am Wegesrand liegen.

Jetzt ist es nicht mehr weit zu dem dazugehörigen Ort. Wir hoffen auf ein kleines Cafe, indem wir unseren Flüssigkeitshaushalt wieder in Ordnung bringen können. Ein Blick auf Google Maps ist dann aber enttäuschend – hier gibt es nichts. Um so größer die Freude einen kleinen Moment später. -Tische, Stühle, Schirme. -Das muss nur noch geöffnet sein und das ist es! Wir bestellen zwei Radler und das zischt! Wir bekommen einen kleinen Teller mit Tomate, Gurke, Oliven und Zaziki hingestellt- Lecker! Das veranlasst uns dann noch Zaziki nach zu bestellen. Dieses wird mit frisch geröstetem Brot serviert, wir sind begeistert.

Der weitere Weg führt kleinere Straßen hinab nach Vathi. Wir sind froh es gleich geschafft zu haben.

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