Die Fingerspitzen des Peloponnes

Nach knapp einer Woche in der Bucht von Pylos zieht es uns weiter. Wir wollen einen kurzen Schlag an die Südwestecke des Peloponnes machen. Dort erwartet uns schon wieder eine historische Festungsanlage bei dem heutigen Ort Methoni.

Vorbei geht es noch einmal an der Insel mit dem großen Loch am Eingang der Bucht. Ich finde es auch heute wieder faszinierend. Wir haben wieder kräftigen Segelwind und wir beschließen die Strecke nur unter Genua zu absolvieren. Die Küste ist hier wenig spektakulär. An der Ecke nimmt der Wind noch einmal zu und wir runden die Halbinsel mit der riesigen Festungsanlage – ein tolles Bild. Eine große sandige Bucht erwartet uns hier und der Anker fällt auf 5 m Wassertiefe ins klare Nass. Wir dampfen den Anker rückwärts ein um sicher zu sein, dass er auch hält. Wir tun dies immer mit fast Vollgas zurück. Anschließend sehe ich mit der Taucherbrille noch einmal wie der Anker liegt. Heute auch nach dem von der Toodle oo, die direkt neben uns liegt.

Am folgenden Tag gilt es natürlich die Festung zu stürmen. Das anfänglich trübe Wetter scheint sich zu bessern also geht es los. Zunächst schickt uns jemand den Strand vor der Festungsmauer entlang, was sich aber als falsch heraus stellt. Über die Hauptbrücke mit seinen 14 Torbögen gelangen wir dann aber doch ins Innere. Eine kleine Eintrittsgebühr unterstützt hier sicher die Restaurierungsarbeiten, die überall zu sehen sind.

Hinter dem verschachtelten Eingang kommt man auf den ehemaligen Exerzierplatz und durch ein weiteres Tor in einen anderen hochgelegenen Bereich. Hier eintdecken wir Gewölbe und Tunnel nachdem uns ein kräftiger Regenschauer in einen Unterstand getrieben hat.

Von hier aus geht es entlang der 400 m langen Wetmauer nach Süden. Wir haben große Eingangsportal, den Turm und die vermutlich ehemalige Kathedrale vor uns. Auch an dieser Seite fallen die vielen Tunnel und Schiessscharten auf. Die See hat an dieser Seite aber auch die größten Schäden angerichtet.

Wir gehen durch das Portal in Richtung Turm, der sowohl als letzte Zufluchtsstätte, Ausguck und Leuchtturm diente. Die ehemalige Zugbrücke ist jetzt durch Holzbohlen ersetzt und braucht etwas Mut bei der Überschreitung. In den Mauern des Portals und in dem Turm sind Steinkugeln eingearbeitet. Wenn jemand deren Bedeutung kennt dann schreibt es gerne in die Kommentare am unteren Ende dieses Blogs.

Geht man wieder hinein liegt an der Ostseite eine Kathedrale von der ein sehr kleiner Teil schön wieder hergerichtet ist.

Auf dem Gelände befinden sich dann noch ein vemutlich alter Speicher und eine neuere Kapelle.

Mit unseren Freunden geht es weiter zur nächsten Insel vorbei am „Helgoland“ von Griechenland. Hier gibt es eine schöne und gut geschützte Ankerbucht. Die Angaben über das Betreten der Insel sind unterschiedlich in unseren Informationsquellen. Die einen sprechen von Betretungsverbot, die anderen von einem schönen Spaziergang zum Leuchtturm. Tatsächlich steht nachher aber nur ein Schild mit dem Hinweis, dass man zum Jagen eine Lizens haben muss, direkt am Anfang des Weges. Wir machen uns also auf zum Turm und entdecken auf dem Rückweg auch noch eine kleine Höhle. Wiedereinmal allerdings ohne eine notwendige Taschenlampe. Die Höhle scheint nach Niederschlägen Wasser zu speichern, denn es gibt soetwas wie eine Tränke.

Später soll sich übrigens herausstellen, dass dieser Leuchtturm noch in Betrieb ist.

Von hier geht es nur wenige Meilen weiter in die nächste Ankerbucht. Vor Phoinikoúnta fällt der Anker erneut auf sandigen Boden. Hier verbringen wir noch eine weitere Nacht zusammen mit Laurie und Bill. Unser Kühlschrank zickt seit einigen Tagen erneut rum, aber jetzt hat er ganz den Geist aufgegeben. Also zieht es uns witer nach Porto Heli, welches allerdings auch noch in gut 150 Meilen, sprich ca. drei Tagesetappen entfernt ist. Hier wartet ein Paket aus Deutschland auf uns mit unserem neu bestellten Kühlschrank. Laurie hat für uns noch etwas in ihren Kühlschrank gelegt und auch etwas eingefroren, damit wir dieses noch etwas über die Zeit retten können. Also essen wir noch einmal gemeinsam, gehen wir doch davon aus, dass wir uns frühstens im März wiedersehen, da wir unterschiedliche Winterpläne haben.

Der nächste Tag verspricht ein recht guter Segeltag zu werden. Wir verladen unser Kühlgut und verabschieden uns schweren Herzens. Wir haben beide die Zeit mit der Toodle-oo sehr genossen und beide unser Englisch gut verbessert. Die Zeit war herrlich unkompliziert und gespickt mit vielen tollen gemeinsamen Ausflügen, Essen und natürlich Sundownern.

Der Schlag heute wird lang und so starten wir früh.

Schließlich fahren wir nach der Rundung des vorerst südlichsten Punktes unseres Griechlandaufenthaltes in die schöne Bucht von Limáni Pórto Kágio. Diese Bucht ist ein beliebter Ankerspot und hat an der Bucht nicht nur Restaurants in denen man beim Essen die Füße fast im Wasser hat, sondern auch eine nette Bebauung mit Häusern fast alle im gleichen Stil gebaut sind.

Über den Lakonikós Kólpos (Golf) geht es am nächsten Morgen denn auch gleich weiter. Hier finden scheinbar dubiose Ölumladungen von Tankern statt. Laut dem ZDF Magazin Frontal wird hier russisches Öl auf andere Tanker umgeladen und somit die Herkunft verschleiert, um Sanktionen zu umgehen. Eine riesen Sauerei jedenfalls die offensichtlich nach internationalem Seerecht wohl nicht verhindert werden kann.

Das Highlight des Tages ist dann aber eine Gruppe von Pilotwalen die unseren Weg kreuzt und sich nir schwer mit der Kamera einfangen läst. Am Ende der Bucht, also am dritten Finger des Penepones fasziniert uns dann zunächst ein Wanderpfad am Hang eines sehr steilen Berges, der sich über Kilometer den Hang entlang zieht. An dessen Ende ist dann das Kloster Akra Maleas und eine Kapelle. Abgeschiedenheit für ein Kloster ist ja normal, aber wie haben sich diese Mönche hier versorgt am Fusse eines 553 m hohen Berges?

Um die Ecke drumrum passieren wir dann noch einen Leuchtturm bevor wir unsere nächtliche Ankerbucht Velanidia erreichen.

Am morgen wollen wir dann früh los um ein erneutes Highlight auf dem Weg nach Norden zu erkunden. Doch hierrüber mehr im nächsten Blog. Damit ihr ihn nicht verpasst könnt ihr ihn hier kostenlos abonieren und werdet dann über eine E-mail informiert, wenn er da ist.

Die Sonnenaufgangsfotos sind innerhalb von nur zwei Minuten entstanden.

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