Pylos Navarino -ein Ort zum Verweilen

Nach viel Kultur in Olympia wollen wir und die Toodle oo mit Laurie und Bill weiter. Ein segelbarer Wind ist angesagt und wir haben uns als Ziel die kleine Insel Proti ausgeschaut mit der Option eventuell noch weiter zu fahren. Bei wieder herlichstem Sonnenschein machen wir uns auf und können kurz darauf auch die Segel setzen. Für das große bunte Vorsegel reicht leider der Windwinkel nicht aber auch mit Groß- und Vorsegel kommen wir gut voran. Unsere Freunde setzen den Code 0, ein Segel für leichten Wind und kommen näher und überholen uns schließlich.

Die beiden schauen sich die geplante Bucht dann vor uns an und entscheiden aufgrund zu tiefen Wassers (dann bekommt man den Anker nicht ausreichend fest) weiter zu fahren. Darauf hin verzichten wir auf die Inspektion des Platzes und folgen ihnen. Die nächste Bucht ist in nur 12 Seemeilen Entfernung nicht weit und bietet guten Schutz. Die Bucht wird durch eine vorgelagerte Insel gut geschützt. Auf dieser Insel ist schon von weitem gut eine alte Befestigungsanlage auszumachen. Ein impsontes Bauwerk von enormer Größe. Direkt an der Einfahrt zur Bucht ist dann noch eine Insel mit einem riesigem Loch. -faszinierend. Leider müssen wir aufgrund der Seegangsverhältnisse ein Stück von ab bleiben. Die Bilder sind mit Tele entstanden.

Um die Ecke herum wird die See dann ganz glatt, dafür habe ich dann Gegenlicht. Das letzte Stück nach Pylosgeht es dann noch vorbei an der „neuen“ Festungsanlage bevor vor dem Hafen der Anker fällt. Der Wind steht hier auf die Küste, aber bei den Temperaturen ist Wind immer willkommen. Wir bleiben heute Abend auf unseren Booten und genießen den Abend mit einem kalten Bier.

Am Morgen dann wollen wir den Ort erkunden und ein paar frische Sachen kaufen. Der Ort selber ist wenig spektakulär, aber Bäcker, Gemüseladen und auch ein kleiner Supermarkt sind vorhanden – Herz was willst du mehr? Es wird eine fauler Tag der einen schönen Akzent durch einen Sundowner (mit Eiswürfeln) auf der Toodle oo bekommt. Am nächsten Morgen sind Laurie und Bill schon früh los mit dem Beiboot. Als wir nach dem Frühstück uns auf den Weg machen um die Festung zu besichtigen treffen wir sie dort im Eingang -sie sind bereits fertig.

Die Bauarbeiten der Festung von Pylos (Neokastro) haben 1573 von den Osmanen angefangen, kurz nach ihrer Niederlage in der Seeschlacht von Navarino (1571). Zweck dieser Erschaffung war die Herrschaft des südlichen Eingangs der Bucht von Navarino, da der nördliche Zugang (Steno Sykias oder Faltsa Bouka) und der naheliegende Hafen, in der Lagune des Gebiets Divari oder Rivari, durch Verlandungen nicht mehr benutzt werden konnten. Man nannte sie Neokastro (Neue Burg) im Gegensatz zu der vorigen Festung von Koryfasio (Palaiokastro- alte Burg oder Palio Navarino-altes Navarino), die den nördlichen Eingang und den Hafen kommandierten. Hierhin fahren wir später auch noch.

Seitdem hat Neokastro das gemeinsame Schicksal aller der Festungen der Umgebung geteilt, an den historischen Ereignissen, die das Land gekennzeichnet haben, teilnehmend. Neokastro blieb unter der Herrschaft der Türken bis 1686 und wurde danach den Venezianern übergeben. 1715 haben die Türken Neokastro zusammen mit Koroni und Palionavarino wieder erobert. 1816 wurde Pascha Ibrahim Herr der Festung bis 1828 bis der Franzose General Maison die Festung befreit hat.

Von hier oben hat man dann den Ausblick hinüber zu der Insel die wir einige Tage zuvor passiert haben. Einfach fantastisch.

Hinauf geht es dann noch zur Zitadelle. Nach der Befreiung Griechenlands (und während des 2. Weltkriegs) wurde die Burg für längere Zeit als Gefängnis benutzt, bevor man sie letztendlich der archäologischen Behörde übergeben hat. Aus einer der Gefängniszellen hat man heute eine Damentoilette gemacht.

Auch die Kirche innerhalb der historischen Mauern ist gut erhalten. Von hier kommt sie besser zur Geltung als bei der Einfahrt hierher.

In mehreren Gebäuden befinden sich hier kleine Auststellungen zum Teil mit schönen Exponaten. Der Weg über die Festungsmauer ist teilweise nicht einfach, insbesondere wenn man nicht schwindelfrei ist.

Der Wind soll stärker werden und so wollen wir uns innerhalb der Bucht in den Norden verlegen. Hier erwartet uns klares Wasser, die alte Burg Palaiokastro und eine große Höhle. Wir ankern auf 8m Wasser und gut haltenden Sandboden nahe am Strand und dem Nordeingang der Bucht welcher für uns aber nicht befahrbar ist.

Von hier aus starten wir gemeinsam mit der Toodle oo Crew zu einer Wanderung hinauf zur Burg, hinunter zur Höhle dann zu einer Traumbadebucht und wieder zurück entlang einer Lagune. Es ist schon früh sehr warm. Der Weg hinauf ist gut zu laufen. Spektakulärer wird es erst am Eingang zur Festung.

Ab hier führt der Weg, wenn man ihn denn so bezeichnen möchte, auf der Mauer entlang der Zinnen. Teilweise auch ohne einen seitlichen Halt.

Ganz oben angekommen entspannt sich die Lage und wir können den Ausblick noch mehr geniessen. Auf dem letzten Bild sind Flamingos in der Lagune zu erahnen.

Nachdem wir den richtigen Weg für den Abstieg gefunden haben wird es dann sportlicher. Bis zur Höhle hinab ist es doch arg steil und teilweise sind Kletterhilfen und Stahlseile gespannt die die Kletterpartie doch sehr vereinfachen.

Wir erreichen schließlich die Höhle Nestor´s Cave. König Nestor soll der Legende nach hier seine Kühe gehalten haben. Die Höhle ist groß und hat in ihrer Kuppel ein längliches Loch. In ihr gibt es Stalaktiten und auch Fledermäuse konnten wir beobachten. Fotografieren war aufgrund der Größe mangels eines großen Blitzes nicht gut möglich.

Der weitere Abstieg ist dann einfacher und wir gelangen an die beliebte Badebucht Voidokilia Strand. Das Wasser ist glasklar und der Strand toll (bis auf die vielen Menschen). Eine Tolle Dünenlandschaft hat sich hier gebildet und ist unter Naturschutz gestellt.

Wir werden durstig und so geht es an der Lagune entlang langsam zurück zum Boot.

Wir verbringen noch eine weitere Nacht direkt vor Pylos. Hier gibt es einen Tauchshop der es möglich macht, dass Bill und Anne gemeinsam die beiden Unterwasserschiffe von Toodle oo und Mokendeist reinigen. So rausgeputzt sind die Schiffe bereit für die gemeinsame Weiterfahrt.

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