Olympia

Der Besuch auf Zakyntos war definitiv zu kurz. Da wir aber hier auch zurück lang wollen, sparen wir uns dies also auf. Es soll weiter gehen nach Katakolon. Ein Schlag von ca. 19 Meilen den wir erst mit dem am Nachmittag aufkommenden Wind angehen wollen. Es wird noch gebadet und abgewartet. Gegen 14 Uhr kommt dann endlich der Wind und wir können das kurze Stück gut segeln. Bill und Laurie sind vor uns da und schmeißen den Anker in der Bucht hinter dem riesigen Wellenbrecher des Hafens. Wir wollen eigentlich gerne in den Hafen. Ich ignoriere ein Schild, sich über Kanal 12 zu melden. Wir wollen erst ein Mal schauen und suchen einen Platz längsseits. Wir finden einen und machen dort fest. Wir verholen sogar noch ein Stück nach hinten, damit Platz für ein weiteres Boot bleibt. Mit allem fertig kommt ein Mann, den ich vorher schon beobachtet habe keine 50 m von uns entfernt, auf uns zu und sagt wir können dort nicht bleiben und müsten mit Anker zwischen andere Boote. Ich bin ziemlich sauer, weil er unser Anlegemanöver die ganze Zeit beobachtet hat. Ich lehne dankend ab und sage ihm am Anker könne ich draussen besser liegen. Wenig später fällt der Anker direkt neben unseren Freunden.

Zusammen mit Laurie und Bill wollen wir nach Olympia fahren. Laurie hatte herausgefunden, dass von hier ein Zug fährt, direkt bis dort hin. Bei den momentanen Autopreisen eine tolle Alternative. Wir verbringen aber erst noch einen Tag hier auf dem Ankerplatz und in Katakolon. Das Wasser lädt hier leider nicht zum schwimmen ein, also bleibt nur mehrmals täglich die Heckdusche. Der Ort selber hat ausser Cafes und Restaurants so gar nichts zu bieten. Selbst eien vernünftigen Supermarkt sucht man vergebens.

Wir sammeln Laurie und Bill dann am Morgen ein und fahren mit dem Dingi in den Hafen und schliessen es dort an. Die Bahn fährt dann direkt am Hafen ab und bringt uns direkt nach Olympia. Auf dem Weg ärgere ich mich ein wenig über die blinden oder beschlagenen Scheiben des Zuges, gibt es doch hin und wieder etwas zu sehen. Der Zug hält wie die Busse auch, für die alten Leute auch dort, wo diese aussteigen möchten.

Nach dem wir die Tickets für die historische Stätte gelöst haben, kaufen Bill und Laurie noch etwas zu trinken. Sie fallen auf den Rücken kostet eine Flasche Selter hier € 4,50. Wir sind froh an Wasser gedacht zu haben und trinken das Mitgebrachte.

Die Olympischen Spiele wurden zu Ehren des Göttervaters Zeus ins Leben gerufen. Die ersten sportlichen Wettkämpfe haben wohl im Jahr 776 v. Chr. stattgefunden, die Aufzeichnungen reichen bis ins Jahr 700 v. Chr. zurück. Das Event wurde alle vier Jahre im Sommer ausgetragen und lockte Teilnehmer aus allen griechischsprachigen Regionen in die Landschaft Elis.

Die Festspiele am Ufer des Flusses Alpheios wurden sogar in Zeiten des Krieges abgehalten, die einzelnen Stadtstaaten verpflichteten sich in dieser Zeit zur Waffenruhe. Hiervon träumen heute sicher Millionen von Menschen, denke ich. Das Heiligtum von Olympia entstand bereits Mitte des 11. Jahrhunderts v. Chr., schon früh wurden dort Götter verehrt. Aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. stammen die monumentalen Bauwerke, in der Ära der Römer kamen dann noch weitere hinzu. Im 6. Jahrhundert n. Chr. wurden die Spiele vom Kaiser verboten, fanden aber wohl heimlich, trotzdem statt.

Das gesamte Gelände hat eine faszinierende Größe. Anders als die heilige Stätte von Delphi ist dieses Gelände total eben, während Delphi sich an einen Berg schmiegt. Hier sind die größeren Gebäude, Tempel und sogar Badehäuser gewesen.

Vorbei geht es zunächst an einer Ausgrabungsstätte die noch aktiv ist. Da man aber nicht dicht heran kommt kann ich auch nicht viel entdecken. Aber diese Menschen sind es, die behutsam Dinge ausgraben und der Nachwelt hier und in dem dazugehörigen Museum zur Verfügung stellen.

Arbeiten tun sie an dem noch nicht freigelegten Teil einer riesen „Sporthalle“, dem Gymnasion, die mich in großes Erstaunen versetzt alleine auf Grund ihrer Größe. Das Gebäude war 220 mal 120 m (!) groß und wurde bereits im 2. Jahrhundert v.Chr. erbaut. Im Innenhof wurden die Sportarten Laufen sowie Speer- und Diskuswerfen trainiert.

Immer wieder faszinieren uns die vielen freigelgten Grundmauern aber auch die unzähligen stehnden Säulen. Sicherlich zum Teil wieder aufgebaut nach den zahlreichen Erdbeben und Überflutungen, aber egal, die Faszination bleibt.

Auch dieser runde Tempel faszinierte mich total. Er bestand aus einem äußeren und einem inneren Ring aus Säulen.

Vorbei geht es dann an den Schatzhäusern, in denen die kostbaren Preise aufbewahrt wurden. Die Sieger konnten in der Regel mit Steuerbefreiungen und großen Geschenken in ihren Heimatstädten rechnen -der Beginn des bezahlten Leistungsports. Von wegen, „dabei sein ist alles“.

Das Stadion ist nicht so spektakulär. Sitzplätze gibt es nicht (mehr). Einzig der Zugang von den anderen Berichen zum Stadion durch einen steinernen Torbogen ist schön. Zu späterer Zeit fanden hier auch Wagenrennen statt. Übrigens hatten nur unverheiratete Frauen Zugang zu den alle 4 Jahre stattfindenden Spielen. Auch nannte sich ursprünglich die Zeit zwischen den Spielen Olympiade.

Im Uhrzeigersinn weiter kommen wir zu einer weiteren großen Säule. Auch passieren wir Gebäude, die nicht wiedererrichtt wurden. Teilweise ist bei diesen zu sehen wie die Teile zusammengefügt wurden. Hier gab es uterschiedliche Methoden, wie man auf den Bildern erkennen kann.

Eine weitere Besondrheit schien mir eine dreieckige Säule. Ich kann mich nicht entsinnen eine solche mal irgendwo gesehen zu haben. Rund, quadratisch, rechteckig oder mehreckig, all diese Typen gibt es zu Hauf.

Eines der Atraktionen der damaligen Zeit, war mit Sicherheit der Zeustempel.

Auch Kalt- und später Warmbadehäuser gab es hier. (Die Warmbadehäuser waren wohl vor dem Klimawandel von Nöten) Die Heizsysteme wurden durch aufwendige Konstruktionen in den Wänden verlegt. Auch wurde für diese Häuser scheinbar eher gebrannter Stein verwendet aber ebenfalls kunstvoll vermauert.

Kunstvolle Ornamente gibt es über das Gelände verstreut überall und ich habe aus den übrigen Bildern noch eine Diashow zusammengestellt bevor es in das kühle Museum weiter geht.

Das Museum haben wir relativ zügig angesehen und nur teilweise uns an den Beschreibungen schlau gelesen. Der Zug zurück zum Boot lies uns leider nicht mehr Zeit. Aus diesem Grunde habe ich hier auch nur eine weitere Diashow zusammengestellt (lange nicht alle Bilder die ich dort gemacht habe). Blitzfotographien waren zu mienem Bedauern nicht gestattet und die Beleuchtung nicht überall besonders gut. Dies bitte ich zu entschuldigen.

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