Der Nabel der Welt – Delphi

Der Nabel der Welt ist eigentlich nicht ganz richtig, da Delphi von Delphys kommt und Gebärmutter bedeutet.

Der Bus quält sich die Serpentinen hinauf. Auf 700 m Höhe liegt die Klein(st)stadt vor dem 2455m hohen Berg Parnass. Der Ort ist vom Hafen aus sogar zu sehen und nur 15 km Luftlinie entfernt. Der Bus benötigt aber mit einem Stop in Amfissa. Der Weg führt die Hälfte der Strecke durch endlos scheinende Olivenplantagen. In Delphi angekommen verhaften wir aber zunächst einen Kaffe.

Der Eingang zur UNESCO Weltkulturerbestätte ist nicht weit. Wir lösen unsere Tickets für je 12 €. Das empfinde ich als fair, ist es doch ein Ticket für alles incl. dem Museum. Leider haben wir mit dem Museum anfangen. Ich hätte es lieber andersrum gehabt, da der erste Bus mit 10.30 h ohnehin schon sehr spät war und die Temperaturen ständig steigen. Im Museum ist alles in griechisch, englisch und französisch beschrieben. Ohne einen heute doch sonst üblichen Audio Guide eine anstrengende Sache.

Ausgestellt sind neben riesigen Steinskulpturen auch Schmuck, metallene Skulpturen und Relieffe von den verschiedenen Gebäuden. Teilweise beeindrucken sie durch ihre Größe und teilweise durch ihre Detailgenauigkeit.

So nett wie die Temperaturen hier drinnen auch sind, zieht es uns doch raus. Ein beschatteter Weg führt zum nächsten Eingang. Hier fallen als erstes kunstvoll gemauerte Wände ins Auge.

Der Weg geht vom Eingang stets nach oben. So geht es über die Heilige Strasse hinauf zum Schatzhaus der Athener. Dieses Gebäude ist sehr gut erhalten bzw. restauriert. Lediglich teile des Dachs fehlen. Hier standen noch zwei weitere Schatzhäuser von denen Teile der Fundamente noch erhalten sind. Die Gebäude stammen aus dem 5. Jahrhundert v. Chr.

Wir kommen zur Schlangensäule. Diese ist eine Nachbildung des Originals welches nach Konstantinopel dem heutigen Istanbul gegangen ist. Sie war ursprünglich eine Weihegeschenk der Griechen.

Wie man / frau eben schon sehen konnte kommt dahinter gleich der sehr gut erhaltene Halle der Athener. Diese wurde am Ende der Heiligen Strasse an einem kultischen Tanzplatz errichtet.

Auch steht hier eine Säule mit rechteckigem Querschnitt.

Zwischendurch versuche ich mir immer wieder vorzustellen, dass die Kunstschätze aus dem Museum hier ja auch noch irgendwo ihren Platz hatten. Was für ein prunkvoller Ort muss das mal gewesen sein. Wie hübsch und reich verziert auch mit Dingen die es heute gar nicht mehr gibt. Alles von Menschenhand geschaffen ohne Teleskopkräne, Bagger und Raupen.

Der Weg führt noch weiter hinauf. In Vorbereitung auf diesen Besuch hatte ich gelesen, dass es hier kaum Schatten gibt. Wir sind dann aber doch froh, dass dies nicht stimmte. Es gibt immer wieder mal ein schattiges Plätzchen oft unter einem der alten Bäume.

Wir erreichen das Theater. Von diesen haben wir im Laufe unserer Reise schon einige besucht. Dieses ist dann aber doch wieder etwas besonderes da es 1927 im Rahmen des Delphifestivals für die Aufführung eines Dramas genutzt wurde. In 35 Reihen bietet es Platz für 5000 Besucher.

Wir sind noch nicht oben und so stiefeln wir weiter. Als letzte Station liegt noch das Stadion vor uns. Ich hätte bei erreichen des Stadions schon kein Rennen mehr laufen können.

Im 5. Jahrhundert v.Chr. wurden hier über eine Distanz von 178,35 m Rennen von bis zu 17 oder18 Läufern gleichzeitig ausgetragen. Am Ende der Strecke waren vier kleine Säulen mit rechteckigen Nischen. Der leider nicht mehrerhaltene Eingang war einzigartig in Griechenland. Er bestand aus vier Säulen die drei Bögen bildeten.

Der höchste Punkt von Delphi ist erreicht, was uns noch fehlt ist der am tiefsten gelegene. Hier erwarten uns der Tholos im Heiligtum der Athena Pronaia. Dieser Rundbau hinter dem Athenatepel III ist schon sehr beeindruckend. Hier stehen noch Säulen und auf ihnen trohnt noch der Triglyphen-Metopen-Fries. Im äußeren Ring standen 20 dieser Säulen, im inneren standen nur 9. Die zehnte fehlte wegen des Eingangs. Das Gebäude besteht aus Marmor.

Nach dieser kräftezerrenden Besichtigung stärkten wir uns in einem Restaurant und musten leider noch lange auf den Bus mit 1,5 stündiger Verspätung warten.

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