Kaffe von São Jorge

Wir kehren der Insel Faial mit Horta den Rücken. Der Gin war lecker aber der Mangel an Fortbewegungsmitteln schränkt unseren Bewegungsradius so ein, dass wir beschliessen weiter zu fahren. Es geht in das nur 22 sm entfernte Velas auf der Insel Sao Jorge. Dies ist die mittlere Insel der Zentralgruppe der Azoren. Sie ist 30 sm lang aber nur 3,5 sm breit. Der kleine Ort ist auf Anhieb sehr sympatisch. Zunächst werden wir von dem nettesten Hafenmeister der Azoren begrüßt und bekommen in dem Minihafen einen Platz längsseits zu einem stählernen Franzosen. Der Hafen ist umrahmt vom Ort auf der einen und einer gigantischen Felswand von über 200m (!) auf der anderen Seite.

In dieser Felswand am Hafen versammeln sich nach Einbruch der Dunkelheit Gelbschnabel Sturmvögel. Diese mit den Albatrossen verwandte Art besticht nicht durch ihre Spannweite sondern durch ihre all abendlichen Gesänge beim Eintreffen. Völlig unwirklich klingen <a href="https://youtu.be/d97uQCDV29Idiese Gesänge.

Der Ort selber ist klein und hat eine kurze Fussgängerzone, einen kleinen Park und natürlich auch Kirchen. Ein kleiner Supermarkt und jede Menge Restaurants gibt es ebenfalls. Wir schlendern hier durch genießen unseren geliebten Espresso. Immer wieder fasziniert uns wie sauber und gepflegt alles ist. Einfach schön!

Wir haben hier auch die schweizerische Naviot wieder getroffen. Gemeinsame Abendessen, einmal bei ihnen und einmal bei uns sind immer wieder schön. Der Plan gemeinsam noch einmal ein Auto zu mieten scheitert auch hier an der Verfügbarkeit. Ich kann den Wagen erst an dem Tag bekommen, an dem Susanne und Louis die Abreise geplant haben. Auch auf dieser Insel gibt es kein Tourifreundliches Busnetz. Wir können den Wagen für zwei Tage bekommen. Auch dieses Unternehmen ist unorganisiert. Ich bekomme den verabredeten Wagen erst nachdem ich noch einmal dort anrufe. Die Rückgabe ist genauso. Guten Service haben die hier bei der großen Nachfrage einfach nicht nötig.

Wir starten unseren Roadtrip die Südküste entlang. Über Urzelina geht es nach Porto de Calheta. Die Straße verläuft weit oberhalb des Meeres und gibt den Blick frei über den Sund zur Insel Pico. Fantastische Aussichten bieten die vielen Miraduro die an der Straße angelegt sind und teilweise alte Walbeobachtungsposten waren.

Wir erreichen dann wenig später die Kirche Santa Barbara. Diese Sehenswürdigkeit wollen wir uns nicht entgehen lassen. Vor der eher schlichten Kirche müssen wir noch einen Moment warten, da innen gerade eine kleine Messe stattfindet. Doch das Warten soll sich lohnen. Eine beeindruckend verzierte Kirche mit sehr viel Dekoration und vergoldeten Holzarbeiten empfängt uns. Die Decke ist komplett aus Zedernholz gefertigt und wunderschön bemalt. Auch Kachelbilder fehlen in dieser Kirche nicht. Im Vorraum oder Seitenflügel steht ein riesen Sekretär, ein Meisterwerk an Tischlerkunst.

Unser Weg führt uns weiter gen Osten. Die Strasse geht auch hier sehr weit oben am Hang entlang. Wir fahren aber hinunter zu unserer ersten Fajã. Diese Fajãs waren lange Zeit nur über das Wasser oder schmale Bergpfade erreichbar. Haben wir es gut, dass wir heute einfach die Serpentinenstrasse hinabfahren können. Auf dieser Fajã gibt es ein Cafe, in dem hier angebauter Kaffe serviert wird. Das lassen wir uns natürlich nicht entgehen. Der Kaffe schmeckt im Schatten auf der Terasse mit Blick auf den Pico sehr lecker.

Von hier aus ist es dann nicht mehr weit zur Ostspitze mit dem Leuchtturm Farol da Ponta do Topo. Auch hier säumen wieder Hortensienhecken die Straßenränder.Sie bilden zwischen Weiden natürliche Zäune für die Rinder -kilometerweite blaue Bänder.

Wir wollen noch einen Wasserfall besuchen der hier im Osten noch ist. Dieser und eine verlassene Mühle sind schon seltener zu finden hier auf den Azoren. Das Klima in der Nähe dieses Wasserlaufs ist aber sehr angenehm.

Von hier aus müssen wir einen Teil des Rückweges auf der selben Straße fahren wie auf dem Hinweg. Wir können dann aber etwas später rechts abbiegen und fahren jetzt fast auf dem Bergrücken von São Jorge. Es geht in die Highlands der Azoren, zumindest fühlt es sich so an. Die Temperaturen gehen runter und der Nebel nimmt zu. Eine mystische Stimmung hier oben.

Wir haben noch ein tolles Abendessen an einem empfohlenen Restaurant auf unserem Heimweg. Wir bekommen von dem super aufmerksamen Wirt ein leckeres Essen serviert. Ein toller Tag neigt sich dem Ende und wir sind gespannt, was der nächste Tag zu bieten hat an dem wir die Nordseite erkunden wollen.

6 Gedanken zu “Kaffe von São Jorge

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